Geburten dürfen kein Geschäft sein

Pressemitteilung

Geburten dürfen kein Geschäft sein!

Die Interessengemeinschaft Geburtshilfe Daun wurde von Bürgerinnen und Bürgern unter dem Eindruck einer Demonstration von rund 1.500 Menschen in einer 8000-Einwohner-Stadt gegründet. Ziel der Demonstration und Ziel der Interessengemeinschaft ist der Erhalt der Geburtshilfe im Maria-Hilf-Krankenhaus der Kreisstadt Daun. Denn es ist die letzte verbliebene Geburtsstation der Vulkaneifel, darüber hinaus versorgt sie Gebärende in den Nachbarkreisen. Insgesamt ist sie die einzige Geburtsstation in einer Fläche von rund 3.000 Quadratkilometern – das ist rund die Hälfte der gesamten Eifel.

Es ist unzumutbar und nicht mit einem Wohlfahrtsstaat und einer modernen Gesellschaft vereinbar, wenn in den Wehen liegende Gebärende zu jeder Tages- und Jahreszeit Wege von vierzig bis hundert Kilometern zurücklegen müssen, um ihr Kind auf die Welt zu bringen! Solche Verhältnisse gefährden ganz konkret Leben – nämlich das von Müttern und Kindern! Es ist erst recht unzumutbar, wenn der einzige Grund für solche Verhältnisse ist, dass sich angeblich weniger als 1.000 Geburten pro Klinik nicht rechnen. Geburten dürfen kein Geschäft sein!

Wir, die Interessengemeinschaft Geburtshilfe Daun, sind damit nicht einverstanden und fordern die Landespolitik auf, sich massiv für den Erhalt der Station einzusetzen. Den Worten von der sozialen Verantwortung müssen Taten folgen!

Darum kritisieren wir auch die Tatsache, dass Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler und Staatssekretär Wilhelm nicht vor Ort in die Vulkaneifel kommen, um vor den Medien ihre Position zu erläutern. Stattdessen wird nach Koblenz geladen. Warum fordert die Politik von Bürgerinnen und Bürgern Dinge, die man selbst nicht leisten will? Von Gebärenden wird die Inkaufnahme weiter Wege gefordert, Landespolitiker scheuen die Wege zu den Bürgerinnen und Bürgern.

Frau Bätzing-Lichtenthäler, stellen Sie sich vor, Sie liegen in den Wehen, es ist dunkel, es schneit, es herrscht Glatteis, die nächste erreichbare Geburtsstation ist nur über Landstraßen erreichbar und zig Kilometer entfernt. Sie wissen noch nicht einmal, ob diese Station Sie aufnimmt. Was halten Sie dann von einer Politik, die das zulässt oder sogar fördert?

Da wir jedoch nicht politikverdrossen sind und auch nicht werden wollen, nutzen wir die verbliebene Zeit bis zur verkündeten Schließung der Geburtshilfe für weitere sichtbare und hörbare Proteste. Wir sind nicht damit einverstanden, dass bei uns keine Kinder mehr geboren werden können! Wir sind nicht damit einverstanden, dass unsere Heimat keine Heimat mehr für junge Familien sein kann!